Niemals in unserem ganzen Leben werden wir diesen Tag vergessen ..
27. August 2002 -
Jennifer war wie jeden Wochentag früh in der Schule. Es war ein schöner Sommertag.
Nach dem Mittagessen und den Schularbeiten ging Jenny erst in ihr Zimmer, sah fern..
Als Oma nach einer Weile in ihr Zimmer kam, träumte Jennifer süß.
Sie lag da wie ein Engel, Oma konnte nicht anders und musste sie streicheln,
es sollte ein letztes Mal gewesen sein..
Um 18.30 Uhr wollte sich Jennifer im Ort noch mit ihren Freundinnen treffen,
hätten wir gewusst was passiert.. hätten wir sie niemals gehen lassen!!
Gegen 21.20 Uhr hörten wir die Sirene, kurz danach die Feuerwehr.
Ich dachte auch noch "hoffentlich ist nichts schlimmes passiert.
Kurz danach klingelte eine Nachbarin und teilte uns mit, dass es bei Gahlenz einen
schweren Verkehrsunfall gegeben hat und wahrscheinlich Jennifer mit darin verwickelt ist.
Starr vor Angst und Panik fuhren wir an die Unfallstelle. Wie in Trance
liefen wir an den wartenden Autos vorbei. Das Bild mit dem total
zerbeulten Auto an diesem Baum hat sich für immer in meinen Kopf
eingebrannt - es konnte doch nicht sein - Jennifer!!!!!
Endlich kamen wir zu den Feuerwehrmännern durch.
Sie informierten uns, dass Jenny mit im Auto saß und schon unterwegs ins
Freiberger Krankenhaus war. Sie hätte Kopfverletzungen, das Bein sei
eingeklemmt und sie wäre am Kiefer verletzt..
Da meine Mutti - Jennys Oma - gesundheitliche Probleme hat - informierte
ich gleich einen Bereitschaftsarzt, damit er einen schlimmen Zusammenbruch
verhindert. Wie sollte ich ihr das beibringen? Sie wartete schon lange auf
Jennifer, da sie um diese Zeit schon längst zu Hause sein sollte!
Soweit es in meiner Verfassung möglich war, kümmerte ich mich um sie.
Es war gut, das ich den Arzt geholt hatte..
Mein Mann und meine Kinder fuhren derweil in das Krankenhaus nach Freiberg.
Dort lag Jennifer in der Notaufnahme und wurde auf alles mögliche untersucht.
Wir bekamen aber die ganze Zeit keine Auskunft wie es ihr geht!
Endlose Stunden, wo Sekunden zur Ewigkeit werden, bangen und hoffen ..
..es wird schon nicht so schlimm sein, morgen lacht sie uns wieder an..
Am 28.August um 0.17 Uhr ist für uns die Zeit stehen geblieben..
Jennifer ist während der Untersuchung an den inneren Verletzungen gestorben..
Die "Unfallmeldung" in der Zeitung gibt eine nicht zutreffende Uhrzeit an.
Sie war in diesem Auto Beifahrerin und war angeschnallt. Der Fahrer hatte
keinen Alkohol getrunken und soweit uns bis jetzt bekannt ist, auch keine
überhöhte Geschwindigkeit. Jennifer hatte den Jungen gebeten, sie kurz
in den Nachbarort zu fahren. Auf dem Rückweg ist es passiert..
Dem Jungen machen wir keinen Vorwurf. Er hat selbst sein Leben lang damit zu kämpfen.
Die Fragen bleiben trotzdem und kommen immer wieder:
Warum, weshalb gerade Jennifer? Sie war doch gerade sooo glücklich!